Wir trauern um die Opfer des Krieges in Aleppo und Mossul und anderswo

vom 15. Dezember 2016
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Gewalt erzeugt Gegengewalt. Waffen werden eingesetzt, um mit Waffen zu siegen. Menschen verletzen und töten Menschen. So in Aleppo und Mossul und überhaupt und überall, wo der Mythos der Gewalt blüht. Der Ausweg aus der Gewalt ist der Weg raus aus der Gewalt. Wer Waffen einsetzt oder verkauft oder exportiert oder an „befreundete“ Kämpfer*innen weitergibt, wer Menschen an Waffen ausbildet und in Minderjährigen die Faszination der Waffen befeuert, nimmt Tragödien wie in Aleppo billigend in Kauf.

Die Verantwortlichen für humanitäre Katastrophen sitzen dort, wo die Politik des Antihumanen gedacht wird, wo Politik mit Waffen, mit Gewalt, mit Krieg geplant wird, dort wo Krieg nicht die Ultima Irratio ist, sondern das tägliche Denken und Handeln bestimmt. Die Verantwortlichen sitzen auch in Deutschland.

Die Kriege austrocknen, den Gewaltbefürworter*innen das Handwerk legen, Sand in das Getriebe der Militärmaschine streuen, bis sie blockiert, bis sie bricht. Unsere Aufgabe: gestern, heute, morgen, in Aleppo und für alle Aleppos der Zukunft. Eine bloße Anrufung der Mächtigen genügt nicht. Der Appell an ihr Gewissen verhallt, wo kein Gewissen ist, sondern Gewissenlosigkeit und die Pragmatik des alltäglichen Machterhalts.

Aleppo, die geschundene Stadt, seit Jahrhunderten und auch wieder heute. Die Menschen täglich in den Medien und zugleich vergessen von der Welt. In Frankfurt müssen die Flugzeuge mit Flüchtlingen landen, nicht mit Flüchtlingen starten! Auch mit Menschen aus Aleppo. Welcome statt billiger Betroffenheit.

Ulrich Wohland, Sprecher der Kampagne „MACHT FRIEDEN. Zivile Lösungen für Syrien“, Dezember 2016